Robert Stephenson Smyth Baden Powell, geb. am 22. Februar 1857 in London als Sohn eines anglikanischen Pfarrers, liebte es bereits als Kind, in der Natur umherzustreifen, sie zu erkunden und seine kindlichen Abenteuer zu erleben.

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Durch seine liebenswürdige Haltung und seinen Humor fand er später während seiner 30-jährigen Militärlaufbahn immer leicht Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Durch seine in der Kindheit begründete Vorliebe, die Natur und die Tiere zu beobachten, erlangte er Wissen und Fähigkeiten, die ihn zu einem hervorragenden Scout (= Kundschafter) machten. Ferner entstand so seinen Traum, dies an Jugendliche weitergeben zu können. Als militärischer Ausbilder schulte er die Soldaten auf humane und psychologisch einfühlsame Weise, zum Beispiel auch anhand von Spielen. Hierbei verlieh er Abzeichen in Form einer LILIE, in Anlehnung an die Magnetnadeln der damaligen Schiffskompasse (die immer den richtigen Weg zeigten). Diese Lilie ist auch heute noch das Pfadfinderabzeichen.

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Im Burenkrieg 1899 überstand er mit der Stadt Mafeking in Südafrika eine 217-tägige Belagerung mit Hilfe der städtischen Jugend. Die Erfahrung, die Jugend in Verantwortung einbeziehen zu können, den Kindern etwas zuzutrauen und sich auf sie verlassen zu können, begründete eine neue pädagogische Richtung, die er in seinem weiteren Wirken immer verfolgte. Bei der Rückkehr nach England wurde er vorwiegend von der Jugend als Held gefeiert. Die Verwirklichung seines jahrelang gehegten Wunsches, die Veröffentlichung eines Jugendbuches “Aids to Scouting” (Richtlinien für Pfadfinder) und von Schriften “The Scout” setzte eine Lawine der Begeisterung in Gang, die 1908 zur Gründung der Pfadfinderorganisation führte. 1910 als Baden-Powell, inzwischen General, den Dienst quittierte, um sich fortan der Pfadfinderbewegung zu widmen, wurden in Großbritannien bereits 100.000 Mitglieder gezählt. Am 8. Januar 1941 starb der mittlerweile geadelte Lord Robert Baden-Powell of Gilwell kurz vor seinem 84. Geburtstag auf seiner Farm in Nyeri bei Nairobi in Kenia und wurde dort beerdigt. Das Symbol auf seinem Grabstein bedeutet „Auftrag erledigt. Bin nach Hause gegangen.“ Pfadfinder nennen den Begründer der Pfadfinderbewegung liebevoll „BP“ (sprich: Bie-Pie).

• Natur neu entdecken und erleben, Zusammenhänge in der Natur erkennen und erfahren
Ausbildung zum “scouting” = beobachten und erkunden

• “Learning by doing”

• Verantwortung für das eigene Tun tragen

• zu seinem Wort stehen

• Pfadfindersein als Lebenseinstellung / Orientierungshilfen durch Leitlinien und Vorbilder

• Kritikfähigkeit

• Offensein für alle, egal welcher sozialen Schicht, Hautfarbe, Konfession oder Staatszugehörigkeit

• Gemeinschaft erfahren durch verschiedenste, auch religiöse Unternehmungen

• Soziales Verhalten lernen

• Kontakte zu ausländischen Pfadfindertrupps pflegen durch gemeinsame Aktivitäten

Die Pfadfinder sollen die Natur lieben und darin Gott erkennen. Demzufolge sollten Pfadfinder auch einer Religionsgemeinschaft angehören.

Weltweit gibt es mittlerweile ca. 18 Millionen Jungen und ca. 8 Millionen Mädchen in 141 Ländern. Zusammen mit Altpfadfindern, die aufgrund ihres Versprechens lebenslang Pfadfinder bleiben, sind es ca. 80 Millionen Mitglieder.

In Deutschland gibt es derzeit über 200 Tsd. Pfadfinder, die sich hauptsächlich in drei großen Verbänden organisieren.

Pfadfinder waren und sind:

• NEIL ARMSTRONG – der erste Mensch auf dem Mond, trug unter seinem Raumanzug das Pfadfinderabzeichen und hinterlies ein Zeichen auf dem Mond

• THOR HEYERDAHL – norwegischer Forscher, überquerte 1947 mit dem Boot “Kon Tiki” den Atlantik

• WERNER HEISENBERG – deutscher Physiker, bekam 1932 den Nobelpreis

• WILLIAM C. DE VRIES – führte die erste Kunstherztransplantation durch

• NORBERT BLÜM – ehemaliger Bundesminister

• THOMAS GOTTSCHALK

• GÜNTHER JAUCH

• HARALD SCHMIDT

• FRANK ELSTNER

• HARRISON FORD – Schauspieler (Indiana Jones und Han Solo)

• RICHARD DEAN ANDERSON – MacGyver !!!

• RICHARD GERE

• STEVEN SPIELBERG

• HERBERT GRÖNEMEYER

• GEORGE MICHAEL

• JIM MORRISON – Sänger der Gruppe “The Doors”

• MARIAH CAREY

• PAUL McCARTNEY

• BILL und HILLARY CLINTON – 43. Präsident der USA und Frau

• JOHN F. KENNEDY und GENERAL FORD – 35. und 36. Präsident der USA

• JAQUES CHIRAC – ehemaliger Staatspräsident von Frankreich

• JOHN MAJOR – ehemaliger Premierminister Englands

• QUEEN ELISABETH II – Königin von England

• BILL GATES – Gründer von Microsoft

• DAVID BECKHAM – engl. Fußballer

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) bildet zusammen mit dem (evangelischen) VCP (Verband Christlicher Pfadfinder) und dem interkonfessionellen BdP (Bund deutscher Pfadfinder) den Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP), der von der Weltpfadfinderbewegung WOSM („World Organization of the Scout Movement“) mit Sitz in Genf als deren nationales Mitglied anerkannt ist.

Gemeinsam mit anderen katholischen Jugendverbänden bildet die DPSG den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), ferner ist sie Teil der CICS („Conference International Catholique du Scoutisme“ = Internationale Konferenz der katholischen Pfadfinderbewegung, auch IKKP).

Die DPSG ist der Zusammenschluß der katholischen Pfadfinderstämme in der BRD. Sie gliedert sich in 25 Diözesanverbände und innerhalb dieser in ca. 130 Bezirke und rund 1360 Stämme und Siedlungen (= neu entstehende Stämme). Die DPSG wurde am 7. Oktober 1929 gegründet. 1938 wurde sie vom nationalsozialistischen Regime zwangsweise aufgelöst und verboten, bestand jedoch im Verborgenen weiter. Der Wiederaufbau der DPSG nach Kriegsende griff zunächst auf die Inhalte und Methoden der Zeit vor 1938 zurück. Gegen Ende der 50er Jahre überarbeitete die DPSG ihre Grundlagen. Die pädagogische Diskussion der 60er Jahre mündete in der Überarbeitung der Ordnung des Verbandes, die 1971 ihren Abschluß fand. Seither können auch Mädchen und Frauen Mitglied der DPSG werden, ferner sind Anhänger aller Religionsgruppen willkommen. Der Verband zählt zur Zeit etwa 110 Tsd. Mitglieder.

Georg war Soldat zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde 304 n.Ch. enthauptet. Seit früher Zeit rankten sich viele Legenden um ihn. Er gehört zu den ” vierzehn Nothelfern” und ist der Patron des Bistums Limburg. Ebenso ist er auch der Schutzheilige vieler Berufsgruppen wie Soldaten, Kaufleute, Artisten etc. und der Pfadfinder. Er wird dargestellt als Ritter (mit oder ohne Pferd) und durchbohrtem Drachen.

Baden-Powell erwählte den HEILIGEN GEORG als Schutzpatron der Pfadfinder, da er der einzige Ritter unter den Heiligen war. Ritterlichkeit war für Baden-Powell eine besonders wertvolle Charaktereigenschaft. Ritter waren sehr religiös und verehrten Gott nicht nur in der Kirche, sondern sahen ihn auch in der Natur, in den Pflanzen und Tieren.

Der Stamm Thomas Morus wurde 1928 gegründet und gehört zur Pfarrei ST. JAKOBUS Mannheim-Neckarau. Innerhalb der DPSG ist der Stamm wie folgt angesiedelt:

BUND
DIÖZESE           Freiburg
BEZIRK              Mannheim-Bergstraße
STAMM              Thomas Morus
TRUPP / LEITERRUNDE
SIPPE

Innerhalb des Stammes gibt es demnach noch weitere Untereinheiten. Die Pfadfindergruppen oder –trupps werden von jungen Erwachsenen im Team geleitet. Entsprechend ihrem Alter durchlaufen die Grüpplinge mehrere Trupps folgender Stufen:

Wölflinge → Jungpfadfinder → Pfadfinder → Rover

Entsprechend der Stufe tragen die Trüpplinge verschiedener Farbe und beschäftigen sich mit unterschiedlichen Inhalten. Einmal im Jahr findet ein Stufenwechsel statt, bei dem die Ältesten eines Trupps zu den Jüngsten des nächsten Trupps werden. Auf diese Weise haben die Jugendlichen mehrmals die Gelegenheit ihr erlerntes Wissen an Jüngere weiterzugeben bzw. von den Älteren zu lernen. Als Rover können die jungen Erwachsenen schließlich selbst Leiter werden. Die Leiter aller Trupps bilden zusammen die Leiterrunde.