Tag 1 – Ankunft und Überflutung

Der Anreisetag war für alle eine Tortour. Das VW-Bus Team startete um ca. 22.15 Uhr Freitag Nacht und fuhr bis 9:30 annähernd durch. Auch für die Zugfahrer hieß es früh aufstehen, denn um 8 Uhr war der Treffpunkt am Hauptbahnhof Mannheim zur über 10 stündigen Fahrt. Hierbei ging schon der erste Tagesrucksack kaputt. Als Entschuldigung gab es viele schöne Berge zu sehen.

Um ca. 18 Uhr hieß es dann am Bahnhof Lesce-Bled Jupfis raus, Pfadi-Material rein. Der erste Schwung Jupfis wurde nach oben an den See Bohinj kutschiert. Dort stand bereits eine Kothe und das ganze Material der Jupfis. Während der zweiten Abholungsrunde wurden die restlichen nassen Zelte gestellt da es leider schon regnete. Nun konnten alle gemeinsam essen und die Zelte beziehen.

Als endlich alle in den Schlafsäcken verstaut waren ging der Regen richtig los. Rasch hat er sich wohl in einen heftigen Regenschauer verstärkt und das Jungs-Zelt bemerkte einen Bach in ihrem Zelt.
Schnellstmöglich rannten die männlichen Leiter raus um nachzusehen. Nach einigen hektischen Minuten oder auch Stunden waren die Jungs Sachen im Boden umwickelt evakuiert, die Mädels alle im größeren Mädels Zelt und die Jungs konnten alle ins kleinere Mädelszelt.
Es gab wohl Aufweckversuche die der dritten Leiterin galten á la Max steht triefend nass bis auf die Unterhosen in Zelteingang und schreit “Lisa wach auf” oder “durch das Jungs-Zelt läuft ein Bach” allerdings blieben diese erfolglos.
Besagte Leiterin wachte am nächsten Morgen auf und wunderte sich warum die zwei Leiter-Jungs eng aneinandergeschmust im Zelt lagen… unseres war wohl auch nicht dicht.

Tag zwei – immernoch nass und Wiederaufbau

Das “leicht durchwachsene Wetter” zog sich leider den ganzen Tag hindurch, sodass wir uns zum Frühstücken einen neuen Platz suchen mussten, denn auch unser Sonnensegel hat die Biege gemacht. Im Laufe der Woche wurde es in Regensegel umgetauft.

Mit dem Spiel Werwolf und dem Mittagessen überbrückten wir den den Vormittag unter einem Dach mit weiteren geflüchteten Leuten. Hier richteten wir uns vorübergehend ein mit Tagesrucksäcken und Kulturbeuteln. Später ließ der Regen etwas nach, sodass wir zumindest das Jungs-Zelt umstellen, das Mädels-Zelt gegen den Bach schützten und das Sonnensegel neu aufbauen konnten.

Abends zeigte sich das Wetter noch von seiner besseren Seite, also es hat zumindest Mal nicht geregnet. Bepackt mir Ukulelen, Bänken und Liederbücher ging es runter an den Strand. Auch eine Himmelslernstunde gab es dank eines Leiters der da oben mehr erkennt als auf den Blättern der anderen Leiter 😉

Bevor die Kinder gefahrlos in den See schwimmen gehen können muss es erstmal getestet werden. Getreu diesem Motto bewegten sich die Leiter dann doch nochmal Richtung Strand. Er wurde für gut befunden.

Tag 3 – Wo sind die Kulturbeutel?

“Habt ihr alle schon Zähne geputzt?” – “Nein, mein Kulturbeutel ist weeeeg!” – “Ich finde meinen Kulturbeutel auch nicht”
Die Suche begann und sollte auch noch einige Zeit und einige Nerven andauern.

Die erste richtige Kinderbespaßung war dann die Lagerolympiade. Hierbei traten drei Gruppen in den Disziplinen Spinnennetz, Staffelparkour, Rätsel und Morsen und Winken gegeneinander an. Das ganze fand im angrenzenden Waldstück statt wo wir von Schnarken aufgefressen wurden. Der Bite-Away wurde immer beliebter… gut, dass er den Fluss überleben wird.

Da die Kulturbeutel allerdings immer noch nicht aufgetaucht sind und alle schon wirklich überall geschaut haben hieß es dann erstmal alle Zelte ausräumen, nachschauen und wieder einräumen. “Bevor die Kulturbeutel nicht aufgetaucht sind beginnen wir nicht mit dem Essen”. Das Jungs-Zelt war fertig, das erste Mädelszelt gerade dabei und plötzlich hieß es “Ich glaube mein Kulturbeutel war in meinem Tagesrucksack” – *innerliches aufatmen bei den Leitern* aber gleich die Frage: “Und wo ist der?” – “Weiß ich nicht, auch weg!”
Die zwei Kulturbeutelkinder würden nochmals weg geschickt um wirklich den ganzen Campingplatz abzusuchen währenddessen wurde mit dem Mädels-Zelt weiter gemacht. Eine Weile später kommen zwei schreiende Kinder an. Oh Wunder, die Kulturbeutel und somit auch der Tagesrucksack waren noch unterm Dach vom Vortag. Dass das der erste Ort war wo die Leiter die Kinder zum suchen morgens hingeschickt haben wollte ich fast unerwähnt lassen… fast.

Nach der Suche stürzen sich zuerst alle hungrig aufs Essen, dann voller Vorfreude in den See. Da der Tag wettertechnisch immer besser wurde hatten heute die Leiter auch nichts dagegen einzuwenden und schwammen und tobten fleißig mit. Leider mussten wir schon am ersten Badetag unser Zeichen kennen lernen das den Badegang beendet, nämlich ein Donnergrollen und ziemlich viele dunkle Wolken die auch einen Regenschauer mit sich zogen.

Tag 4 – Einmal um den See und rein

Gefrühstückt und mit gepackten Tagesrucksack ging die erste Wanderung um den See herum los. Es war eine ordentliche Wanderung mit Mittagspicknick an einer schönen Stelle. Zugegebenermaßen war es recht warm und schwül aber dafür sprangen wir direkt nach der Wanderung in den kühlen See. Wie am Tag davor ist unser Zeichen gekommen und es war fast leicht die Kinder aus dem See zu bekommen.

Natürlich verläuft kein Tag ohne dass sich die Leiter aufregen müssen.
Direkt gegenüber der Sanitärenanlagen befand sich ein Kiosk, dort gab es Essen, Eis, überteuerte Süßigkeiten und natürlich auch Cola. Nach dem Abendessen ging jeder seiner Wege dahin, manche noch spülen, andere aufs Klo und wider andere zum Kiosk. Plötzlich ging eine Cola über die Theke direkt in die Hände eines Truppkindes. Gut dass bald Schlafenszeit ist.

Tag 5 – Pinsel und Post

Was wir an diesem gemacht haben bleibt ein Rätsel, es kann sich einfach keiner mehr erinnern. Wir tendieren dazu zu sagen wir haben Dinge gesucht, versucht zu trocknen, versucht in den Zelten Ordnung zu machen und hmmm wahrscheinlich waren wir schwimmen wenn das Wetter gut war.

Was auf jeden Fall in Erinnerung blieb sind einmal die Pinsel auf jedem Jungs Kopf, denn auch die Jungs wurden bei der ersten Friseurstunde nicht verschont. Am Ende waren die Mädels alle “vooooll schöööön” und die Jungs… ja Pinsel halt
Und außerdem die Post, denn jeder hat einen Brief bekommen mit folgendem Inhalt: “Morgen beginnt der Haik”
*Juchhuu*

Tag 6 – Rückwärtstag und Haikbeginn

Man weiß ja nicht woran es lag aber am Vortag ist einiges an Essen übrig geblieben. Das hat normalerweise nur drei Gründe: erstens, die Kinder haben vorm Essen heimlich zu viel Süßes gegessen, zweitens das Essen hat absolut nicht geschmeckt oder drittens die Leiter haben sich verkalkuliert.
Wie auch immer es war, das war der ideale Zeitpunkt für den gewünschten Rückwärtstag, zum Frühstück gab es (slowenische) Käsespätzle. Alle fandens lecker und lustig und es musste nichts weggeschmissen werden da wir ja zum Haik aufgebrochen sind.

So ein Haik Bedarf an Vorbereitung. Erst wird erklärt was gepackt werden soll, dann wird gepackt, dann kontrolliert. Das sollte helfen, dass niemand mehr mittschleppt als es sein muss.
Um nur eine Anekdote zu nennen: ein Leiter ist im Zelt mit einem Kind den Rucksack durchgegangen und hat ein Buch aussortiert, ein paar Minuten später tauchte das Buch wieder im Rucksack auf und wurde aussortiert. Dann waren Kind und Rucksack draußen und ein anderer Leiter bemerkte durch Zufall, beim richtigen Einstellen des Rucksacks, erneut dieses Buch… der nächste Küchendienst hatte schon eine freiwillige Person.

Wir starteten und liefen, von genau 11 km haben wir 4,4 km geschafft bis zur geplanten Mittagspause. Wegen akutem nicht-mehr-können machten wir länger Pause und die Leiter beratschlagen sich wegen mehrerer Aspekt den Haik abzubrechen. Die Erleichterung in den Gesichtern beim Verkünden war stark erkennbar, auch wenn es im Nachhinein natürlich geleugnet wird.
Da wir es ja nun nicht mehr eilig hatten sind wir erstmal im Flussbett rumgeklettert. Im Sommer hält sich die Wassermenge in Grenzen, von daher war es der perfekte Spielplatz. “Achtung die nassen Steine sind rutschig” wurde ignoriert und so kam es dann doch zu nassen Klamotten- und Körperteilen. Auch der Bite-Away, der heilige Grahl, landete versehentlich im Wasser. Er scheint wasserdicht zu sein, denn bis es gemerkt wurde, dass er abhanden gekommen ist und er daraufhin wieder gefunden wurde, vergingen laut Aussage der Kinder 5-30 Minuten.
Ein Teil der Gruppe beschloss sich noch den Wasserfall Slap Savivia anzuschauen und ging die 568 abgezählten Treppen nach oben.
Als wieder alle da waren wurde das Singen unterbrochen, Rucksäcke wieder aufgeladen und voller Motivation zurück gelaufen.
Ganz abschminken wollten wir uns den Haik aber doch nicht und beschlossen das Frühstück noch unterwegs zu machen. An einem sehr idyllischen Kieselstrand wurde, getreu dem Rückwertstag, Brot und Nutella ausgepackt. Ein paar Meter hatten wir noch vor uns bevor wir den heiß ersehnten Zeltplatz erreichten.

Tag 7 – Wir flüchten

Im Nachhinein sind wir sehr froh den Haik abgebrochen zu haben denn auf Wetterapps ist wohl kein Verlass. Noch in der Nacht fing es an zu Gewittern und zu regnen.
Das Frühstück morgens ging noch geplant über den Tisch trotz leichten Regens. Getreu nach dem Motto “Wir fahren doch nicht so weit weg ohne irgendwo hoch gelaufen zu sein” fanden sich vier Leute die trotz Regen eine Wanderung machen wollten. Gerade fertig umgezogen und startbereit fängt Mal wieder ein Schauer an, kurz danach Gewittergrollen… Ok wieder nichts mit einer Wanderung!

Alle verzogen sich in ihre Zelte um zu spielen, lesen und sich einfach Mal selbst beschäftigen. Der Regen brasselte gleichmäßig auf die Zelte bis ein lauter Schrei die Harmonie zerstörte. Tja diesmal war das Mädelszelt dran mit dem Bach. Also alle Regenjacken an (im Nachhinein hätten wir lieber Schwimmsachen angezogen) und den Boden der Mädels zu einem Sack zusammen packen um schlimmeres zu verhindern. Die Schlafsäcke wurden gleich in unseren Trockenschrank alias VW-Bus gehängt und die Leiter beratschlagen sich.
Kurzum das Ergebnis war: alles zusammen packen wir setzen heute schon um, einen Tag früher als geplant.
Packen und aus-checken lief noch entspannt, wie wir den Bus noch bekommen haben weiß keiner so recht. Irgendwie saßen alle drin, Gepäck war alles unten drin, Übelkeitskinder versorgt, und die zweistündige Fahrt nach Ljubljana über alle Michkannendörfer ging los.

An dieser Stelle machen wir einen Cut, genießen unsere zweite Woche mit hoffentlich besserem Wetter! Falls wir motiviert sind hört ihr nach der zweiten Woche auch wieder von uns 😁