Der Lange Marsch zwischen den Sternen

In einem Versuch nach den Sternen zu greifen, und den viel begehrten zweiten Platz der diesjährigen Rosskur zu erreichen brach die Truppe Adeptus Terra Eingeschränkter Winterdienst + Schneeschippsklave Space Edition schon am frühen Mittag auf. Bereits vor dem ersten Abflug hatten wir schon einige Verluste hinzunehmen. Einige der Potenziellen Rovernauten waren einfach nicht als weltraumtauglich eingestuft worden und verweilten zur eigenen Sicherheit auf der Neckarauer Erde. Trotzdem war der Rest der Truppe frohen Mutes und hochmotiviert, mit Rucksäcken, Stangen, einem Zelt und wunderschönen Hüten beladen wurde die Reise zur Startrampe in Angriff genommen. Pünktlich führen die Triebwägen die Kameraden zum fernen Karlsruhe, wo meine Wenigkeit zur Gruppe stieß. Die Stimmung war der bevorstehenden großen Expedition angemessen feierlich. Dies änderte sich jedoch schnell, als wir am Startgelände ankamen und feststellen mussten, dass sich unser Zelt in unserem Sack so gut unter einem Tarnnetz versteckt hatte, dass es das ganze Wochenende über nicht auffindbar war. Die hieraus entstehenden Komplikationen verzögerten den Abflug um etwa eine halbe Stunde, doch nun war die Stimmung noch weiter Aufgelockert, was der Mission nur zuträglich sein konnte. Wir brachen auf in das große Unbekannte.

Los ging es dann gegen halb Sechs. Die Gemüter waren gehoben und nichts stand uns in Weg. Wir würden nun für 24 Stunden auf Mission sein, auf unserem Weg mehreren wunderlichen Wesen begegnen und allerlei wunderbare Abenteuer erleben. Unsere wunderbaren Helme waren leider untragbar, da wir sie versehentlich mit dem Tarnnetz getarnt und dann jemanden darauf gelegt hatten, aber bis jetzt war die Luft zum Atmen gut genug. Das Expeditionsteam war bereits allen anderen Raumfahrern bekannt, sei es durch unsere musikalischen Gaben, unser Tarnzelt oder mit einigen Problemen, welche wir mit unserem Luftvorrat hatten. Angespornt von unserem Guten Ruf, den es nur positiv zu erweitern gab stiegen wir aufwärts. Die Sterne standen gut, und wir fühlten wie wir gut voran kamen. Es wurden kaum Umwege unternommen, und nach kurzer Zeit fanden wir eine wunderbare Quelle. Hier konnte anfänglicher Durst gestillt und Vorräte aufgestockt werden. Danach kamen wir auch schon zur ersten Raumstation. Begrüßt wurden wir von einem Putzigen kleinen Hund-Schaf-Alien, welches sich aber leider nicht streicheln lassen wollte, egal wie sehr wir uns Mühe gaben lockende Geräusche von uns zu geben. Es erschien uns als ein offensichtlich äußerst weises und stolzes Wesen. Die Station war bemannt von einer uns nicht ganz unbekannten Gattung, den “Pälzern”. Denen halfen wir bei der Planetenernte und, da wir auf den Beinahe-Sieg aus waren, bestachen sie mit Gesang und Oreos, von welchen ich daher dann nichts abbekommen habe. Motiviert durch unsern ersten Erfolg ging die Reise weiter. Auf dem Weg zur nächsten Station bewiesen wir einander wer wie große Gurkenstücke in den Mund nehmen konnte, und verspeißten die ersten unserer Nahrungsriegel. Durch wunderschöne Landschaften ging es Auf und Ab. Die untergehende Sonne, welche zu diesem Zeitpunkt unser steter Begleiter war, badete die Region in wunderbare Warme strahlen, welche dem Wald etwas unbeschreibbar Magisches verpassten. Wir bestaunten die Schönheit unseres Universums, während wir uns von Station zu Station bewegten. Das Hundeschaf war nicht die einzige Kreatur, welcher wir auf unserer Reise begegneten, denn auf denn immer wieder überraschte uns etwas Neues. Die Natur ist wahrlich wunderbar, wenn man sich auf sie einlässt, und mit offenen Augen durchs Universum geht. Egal ob scheues Eichhörnchen oder schreiendes Kleinviechjunges, es gab immer wieder etwas Neues zu entdecken. Tiere, Lichtspiele, sogar einen Sumpf galt es zu durchwaaten und einen kleinen Bach zu überqueren. An der nächsten Station halfen wir einer Raumstation einige Daten zu übertragen um an Ressourcen heranzukommen. Erneut boten wir eine musikalische Einlage dar, und erneut wurde sie von der lokalen Besatzung gerne wahrgenommen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten meisterten wir die Aufgaben der Station. Langsam begann die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont zu schicken, und die Dunkelheit näherte sich rasch. Hiervon ließ sich der Winterdienst jedoch nicht beirren, und voller Frohsinn marschierten wir weiter. Über hohe Berge und durch tiefe Täler, durch dichte Wälder und über weite Wiesen, stur voran, von Station zu Station durch die Dunkelheit kämpften wir uns vorwärts. Auf dem Weg verloren wir einen unserer Kommilitonen an eine Halserkrankung, welcher wegen wir ihn zu seinem und unseren Schutz auf einer der Stationen oben auf einem Berg in Quarantäne verbannen mussten. Schweren Herzens musste die Reise ohne ihn fortgesetzt werden. Es war kalt und der Verlust lag schwer auf unserem Gemüt. Aber dennoch  überdauerte unsere Überzeugung der Mission gegenüber, und so hielten wir stur auf das nächste Ziel zu. Der erste Lichtblick ereilte uns am nächsten Morgen. Bei einer Pause zwecks Nahrungsaufnahme fanden wir nicht nur eine andere Mannschaft, uns bekannte Raumfahrer aus dem benachbarten Sektor Lioba, deren Anblick immer ein wohltuend für müde Augen ist, sondern kurz davor auch ein fäkales Monument, welches nur ein wahrer Gott dort hinterlassen haben hat können. Diese Reliquie der Verdauung würde für einige Zeit zum Gesprächsthema werden. Mit dem Wiederkehren des Sonnenlichtes kam auch einiges an Motivation, leider wurde diese Aussicht im wahrsten Sinne durch das erscheinen mehrerer großer Regenwolken überschattet, welche sich entschieden, ihre gesammelte Last immer in kurzen Schüben abzulassen, wodurch eine komplette Durchnässung eine relativ reale Gefahr darstellte. Auch das von uns gewählte Verkehrsmittel Fuß begann langsam aber sicher erste Probleme zu bereiten. Anfänglich war es kaum zu bemerken, aber im Laufe des Tages kam es immer vermehrter zu Auffälligkeiten. Obwohl die Umgebung in der wir uns Befanden von Minute zu Minute nur schöner zu werden schien, stagnierte die Motivation im Laufe des Tages doch merklich. Die Beschwerden wurden mehr, die Geschwindigkeit ließ nach, und der Wolf saß uns im Schritt. Trotzdem wurden noch viele Stationen angesteuert. Insgesamt haben wir es auf acht der elf Stationen gebracht, bevor wir entscheiden, dass Laune und Verschleiß unseres Verkehrsmittels langsam nicht mehr tragbar waren und haben demokratisch den Rückzug angeordnet. Nach der zugegebenermaßen mühsamen Reise zurück zur Heimatbasis trafen wir dort auf ein anderes Team unserer Flotte. Diese hatten uns glücklicherweise ein sichtbare Zelt bereitgestellt, in welchem sich nach einer Körperreinigung bis zur abendlichen Nahrungsaufnahme entspannt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt fühlten sich die Götter, wohl durch unsere Huldigung de gewaltigen Exkrements, wohl persönlich beleidigt und sendeten einen Hagelsturm in unsere Richtung, welcher sogar im Duschhaus gruselig klang. Schäden wurden Kackseidank jedoch von Nichts und Niemandem genommen, und so ging der Abend fröhlich in Richtung Party über. Alles in allem war die Rosskur eine anstrengende, aber wunderbarer Expedition. Die Truppe kann es kaum erwarten in neue, unbekannte Weiten aufzubrechen. Ich hoffe, auch du freust dich darauf, auch irgendwann einmal an einer solch wunderbaren Reise teilzuhaben. Gut Pfad!

Ein Beitrag von Max (Möxx), Rover