Zelten.

Zelte sind so sehr Teil der Pfadfinderkultur wie Kluft und Halstuch. Die unvergleichbare Naturverbundenheit, Portabilität und Komfort ist mit keiner andern Art der Behausung zu vergleichen. Sicher, ein festes Dach überm Kopf und eine warme Dusche sind ganz nett, aber ein Regensturm vom Zelt aus erleben ist etwas derart beeindruckendes, dass sämtliches Verlangen nach festen Wänden schnell verflogen ist. Dies klingt zunächst wiedersprüchlich, aber es ist gerade das Wind und Wetter gegenüber so viel Anfälliger sein, was das Zelt so wunderbar macht. Wir als Pfadfinder wollen der Natur nah sein. Und wenn man sein Zelt gut abspannt, muss man auch keine Angst haben, nass zu werden. Zelte sind auf Lagern unser A und O und werden dies auch hoffentlich bleiben. Egal ob schwarz oder weiß, die Zelte ermöglichen uns, an Orte zu gehen, welche für uns sonst unmöglich zu erreichen wären, egal wo wir sind, mit einem Zelt können wir alles besiedeln. Ich war schon in tiefstem Schnee beim Track for Kids, wo wir uns erst einen Platz zum errichten der Jurte erst freischaufeln mussten, aber auch im höchsten Sommer am Wasser in Holland, bin mit einer Kothe durch den Wald gewandert, und immer haben die Zelte wunderbare Dienste geleistet. Aber natürlich kommt es nicht nur auf das Zelt an, sondern auch wie man es aufbaut. selbst das Beste Zelt hält nicht dicht, wenn man sich beim Aufstellen nicht etwas Mühe gibt. Daher bemühen wir uns auch, dass jeder, der neu zum Stamm dazu kommt beim Aufbau mithelfen darf, denn jeder sollte lernen wie es geht. Auch beim Zeltaufbau gilt, man ist nur so stark wie das schwächste Glied, wesshalb sich alle mühe geben einander zu helfen und erlerntes Wissen zu teilen. Dieses gemeinsame Aufbauen am Anfang des Lagers können so zu mehr neuen Freundschaften führen als so manches Kennenlernspiel, und stärkt das Gruppengefühl. Und es gibt immer etwas neues zu lernen. Ich persönlich bin schon seit über zehn Jahren Pfadfinder und kenne immer noch nicht alle Kniffe und Tricks. Schon bevor es steht ist ein Zelt schon ein wunderbarer Ort sich stufenübergreifend auszutauschen und Neues zu lernen.

Apropos Neues, wer denkt, dass das Zelte aufbauen doch irgendeinmal langweilig werden müsste, der irrt sich. Hat man ersteinmal verstanden wie die grundlegenden Zeltelemente funktionieren, dann kann man anfangen zu kombinieren. Erfahrene Pfadfinder wissen wovon hier die Rede ist, nämlich den Schwarzzeltburgen. Zusammengesetzt aus Jurten, Kohten und was auch immer man sonst noch so findet können durch die Hände kreativer Pfadfinder ganze Kathedralen aus Stangen und Stoff entstehen, groß genug um hunderte Menschen zu beherbergen und höher als so manches Haus. Solch riesige Gebilde sind leider fast nur auf Großlagern zu finden, und viele Pfadfinder können nur davon Träumen derartige Manifeste der Teamarbeit zu Gesicht zu bekommen, aber grundsätzlich spricht nichts dagegen sich ein wenig heranzutasten. Immer wieder werden auf Lagern neue Pläne gesponnen und neue Kombinationen ausprobiert, und auch

wenn sie in ihrer Größe nicht ganz an so manche Jurtenbauten heranreichen, so stehen sie ihnen doch in Sachen Kreativität um nichts nach. Etliche Pfadfinder toben sich immer wieder aus und erfreuen sich daran der Zeltlandschaft auf den Plätzen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Auch wenn manche Versuche nur bedingt aufgehen, den Spaß, welchen die Gruppe beim planen und Aufbauen hatte kann ihnen keiner nehmen. Zelten macht Spaß, Zelten verbindet, Zelten macht ein Lager erst zum richtigen Lager.

Gut Pfad!