Der Fluss der Zeit

Im Leben eines jeden Wesens kommt einmal der Moment, in welchem es erkennen muss, dass die Zeit der Strömung eines erbarmungslosen Flusses gleicht, welcher stetig vorbeirauscht, und unaufhaltsam alles mit sich reißt, das nicht mit aller Kraft bewahrt wird. So müssen auch wir, die tapferen Leute der Truppe Adeptus Terra – Eingeschränkter Winderdienst nun langsam erkennen, dass es nun bereits mehr als fünf Jahre her ist, dass wir uns als Rovertrupp zusammengefuden haben. Auch wenn wir die Wirbel und Wogen doch besser gemeistert haben als viele andere, so müssen wir doch erkennen, dass unsere Brigantine zwar den Wellen noch stand hält, aber schon lange nicht mehr das neuste Schiff zwischen den Ufern ist. Es ist als wäre es gestern gewesen, dass wir noch die jungen waren, in unserem neuen Truppraum lachten und lila Süßigkeiten verspeißten.

Nun sind es andere, sich ins kalte Wasser wagen. Eine neue Generation von Rovern ist herangewachsen, während wir uns dahintreiben ließen. Erst Orange, dann Blau, dann Grün, und nun schlussendlich weht es Rot an ihrem Mast. Und wir? Unsere Tücher sind ausgewaschen, einige bereits ersetzt. Wir sind nun alt und grau. Der Fluss der Zeit ist unaufhaltsam. Niemand kann sich ihm entgegenstellen.

Aber wir sehen dies nicht als unseren Untergang! Unsere Segel werden sich weiter im Winde spannen! Was soll es us denn tun, dass es dort draußen nun ein neues Schiff gibt? Dass wir usere Gewässer mit der Moderne teilen? Nein sage ich, solange unser Bug noch die Wellen teilt und wir noch die Gischt im Gesicht spüren, werden wir nicht untergehen.

Die Neuen sind nicht unsere Feinde. Die Kinder der Olga werden mit uns diese Gewässer befahren. Und mit ihnen jene, welche nach ihnen kommen werden. Dann, wenn auch sie veraltert sind, und ihr Schiff nicht mehr das Jüngste. Bis dahin wollen wir ihnen aber einen freien Weg bereiten. Sie sollen ihre eigenen Fahrten machen, neue Wässer erkunden. Ungestört von den Wellen hinter unserem Heck.

In diesem Sinne trafen wir uns am 28.08.2021 für eine gemeinsame Aufräumaktion im PWH. Nicht nur sollte der Raum für den frischgebackenen Neurovertrupp von unseren Altlasten befreit werden, es hatte sich auch während der langen Zeit der nichtbenutzung während der Corona-Pandemie einiges an Pfand und Unrat angesammelt, welches dort einfach immer nur abgestellt wurde. Am Mittag ging es los, mit großem Rumräumen und Saugen. Dazu wurden auch die im Raum verstreuten Lautsprecher auf ihre funktionalität überprüft. Viele von ihnen waren nicht mehr besonders tauglich, und wurden somit entsorgt. Am Ende des Tages war der Raum von einer bequemen Abstellkammer zurück in eine wunderbare Wohlfühloase verwandelt worden. Stolz machten wir uns auf, um für das Abendessen einzukaufen.

Als wir schlussandlich klar Schiff gemacht hatten, ging es hinunter in den Keller, wo in der Kombüse nun Spätzle mit Käsesoße zubereitet wurden. Gleichzeitig wurde der Beamer angeworfen, um den Abend in einner schönen gemeinsamen Filmnacht ausklingen zu lassen. Die Neurover wurden eingeladen, nicht nur um sich die Filme anzusehen, sondern auch, damit wir ihnen stolz den schönen aufgeräumten Roverraum präsentieren konnten.

Mit dieser Aufräumaktion haben wir den Raum zwar an die Neurover übergeben, aber wir sind zäh. Es werden Neue kommen, es wird noch oft gesäubert werden und die Strömung wird streng zu uns sein. Aber egal wie oft man den Roverraum putzt, es wird sich immer noch irgendwo eine lila Perle finden. Und genauso werden wir weiter gemeinsam die Segel straffen.

Auf zu neuen Abenteuern und gut Pfad!